Scope 3: Versteckte CO2-Emissionen in der Wertschöpfungskette

Ab 2027 müssen Unternehmen, die unter die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) fallen, ihre Emissionen messen und in einem Nachhaltigkeitsbericht offenlegen. Unterteilt werden die (CO2-)Emissionen in drei Kategorien, die sogenannten „Scopes“ nach dem Standard des Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protocol oder in Deutsch: THG-Protokoll). Die EU-Reform der CSRD vom April 2026 (das Omnibus-I-Paket) vereinfacht die geforderte Berichtspflicht für europäische Unternehmen umfassend. Das wirkt sich insbesondere auf die Erfassung der Scope-3-Emissionen, der Emissionen in der Wertschöpfungskette aus. Warum auch nicht berichtspflichtige Unternehmen diesen Bereich im Blick behalten sollten, lesen Sie hier.

Ein Foto von zwei Männern an einem Tablet

Zuletzt aktualisiert am: 10.9.2026
Lesezeit: 10 Minuten

Scope-3-Kategorien

Emissionen im dritten Scope werden in insgesamt 15 Kategorien unterteilt, die sowohl vor- als auch nachgelagerte Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette abdecken. Diese Kategorien helfen Unternehmen, ihre indirekten Emissionen umfassend zu überblicken:

  1. Gekaufte Waren und Dienstleistungen 

  2. Kapitalgüter 

  3. Brennstoffe und energiebezogene Aktivitäten (nicht im Scope 1 oder 2 enthalten) 

  4. Transporte und Verteilung (Upstream) 

  5. Abfallaufkommen in Betriebseinrichtungen 

  6. Geschäftsreisen 

  7. Pendelverkehr der Mitarbeiter 

  8. Leased Assets (Upstream) 

  9. Transporte und Verteilung (Downstream) 

  10. Verarbeitung verkaufter Produkte 

  11. Nutzung verkaufter Produkte 

  12. Entsorgung verkaufter Produkte 

  13. Leased Assets (Downstream)

  14. Franchises

  15. Investitionen

Dieses Bild zeit einen Mann in Arbeitskleidung mit einer Atemschutzmaske und einem Blechblasinstrument

CO2-Management leicht gemacht​​

  • Persönliche Beratung inkl. Bedarfsanalyse​
  • TÜV-zertifizierte Software für CO2-Bilanz​
  • Maßnahmen zur CO2-Reduktion
     

Jetzt Angebot anfragen

Diese Scope-3-Kategorien können kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sofort angehen

Für Unternehmen, die ihre Scope-3-Emissionen reduzieren möchten, gibt es unter den 15 genannten einige besonders relevante Kategorien, die schnell und effektiv angegangen werden können. Sie bieten eine gute Möglichkeit, erste Erfolge zu erzielen und den CO2-Fußabdruck des Unternehmens zu verringern. Langfristig machen eine aufmerksame Analyse der 15 Kategorien und ein zugehöriger Maßnahmenkatalog Sinn.

Geschäftsreisen

Die Emissionen aus Geschäftsreisen sind oft leicht zu erfassen und zu reduzieren. Unternehmen können hier Richtlinien zur Reduktion von Flugreisen implementieren, verstärkt Videokonferenzen nutzen und Transportmittel wie Bahn und öffentlicher Nahverkehr fördern. Damit lassen sich schnell erste Erfolge erzielen.

Pendelverkehr der Mitarbeiter:innen;

Der Pendelverkehr der Mitarbeitenden ist eine weitere Kategorie, in der Unternehmen Einfluss nehmen können. Hier können Maßnahmen wie die Förderung von Homeoffice-Tagen, die Unterstützung von Fahrrad- und E-Bike-Nutzung oder die Bereitstellung von Job-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr helfen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Auch Anreize für Fahrgemeinschaften oder die Bereitstellung von Elektrofahrzeugen können in Betracht gezogen werden.

Transporte und Verteilung (Upstream und Downstream);

Durch den Einsatz elektrisch betriebener Transportmittel, die Konsolidierung von Lieferungen und die Zusammenarbeit mit Logistikpartnern, die auf emissionsreduzierte Transportmethoden achten (z. B. Fahrradkuriere oder Transportunternehmen mit E-Fahrzeugen) können Emissionen nach Scope 3 reduziert werden. Wie stark sich das auswirkt, hängt davon ab, wie transportintensiv Produkte und Dienstleistungen sind – und wie weit die jeweiligen Lieferketten reichen. Bei internationalen Lieferketten mit langen Transportwegen kann die Prüfung regionaler statt internationaler Lieferanten sinnvoll sein, um Transportdistanzen und Häufigkeit von Sendungen zu verringern. Auch lässt sich die Lagerhaltung optimieren, um unnötige Transporte zu vermeiden.

Abfallaufkommen in Betriebseinrichtungen

Die Mülltrennung und Analyse des Müllaufkommens sind Maßnahmen, die ein Bewusstsein für Müllreduktion und Recycling schaffen. Durch die Einführung von Abfallvermeidungsstrategien und Recyclingprozessen lässt sich nicht nur Abfall reduzieren, sondern auch Kosten sparen. Eine weitere gute Maßnahme ist die regelmäßige Schulung der Mitarbeitenden zu nachhaltigen Abfallmanagementpraktiken und die Zusammenarbeit mit Recyclingunternehmen.

Wann müssen Unternehmen Scope-3-Emissionen dokumentieren? 

Die meisten Unternehmen sind nicht dazu verpflichtet, eine CO2-Bilanz vorzulegen oder einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen. Durch das Omnibus-I-Paket wurde der Schwellenwert für die CSRD-Berichtspflicht deutlich angehoben. Zugleich wurde dieser Pflicht ein zeitlicher Aufschub eingeräumt. Betroffene Unternehmen müssen ihren CSRD-Bericht für das Geschäftsjahr 2027 erstmals 2028 abgeben. Dies gilt nur, wenn folgende zwei Kriterien erfüllt sind:

  • mehr als 1.000 Mitarbeitende

  • mehr als 450 Mio. Euro Umsatz im Jahr
     

Zulieferer dieser großen Unternehmen können von ihren Kunden dazu aufgefordert werden, Daten zu liefern. Mit den neuen Reformen müssen diese nur noch im Rahmen des freiwilligen Standards VS angeliefert werden. In diesem wurde nun festgelegt, dass man sich auf öffentliche Quellen und Standardwerte berufen kann. Alle darüber hinausgehenden Datenanfragen dürfen Zulieferer nun rechtssicher ablehnen. Mehr zur Nachhaltigkeitsberichterstattung lesen Sie auch in unserem Artikel zur CSRD.

Wichtig: Ist Ihr Unternehmen ein Zulieferer oder Dienstleister eines dieser betroffenen Unternehmen, dann gehören Ihre eigenen Emissionen zu der Lieferkette dieses CSRD-reportingpflichtigen Unternehmens. Durch die Reform von 2026 gilt: Zulieferer, die die genannten Kriterien nicht erfüllen, dürfen auf Schätzungen und öffentlich verfügbare Daten zugreifen, wenn eine direkte Datenerhebung unverhältnismäßig wäre. Datenanfragen über die Anforderungen des VSME dürfen abgelehnt werden.

Beispiel: Ein Automobilhersteller kann ESG-Daten seiner Zulieferer aus Branchenstatistiken ableiten, wenn diese nicht selbst berichtspflichtig sind, also weniger als 1.000 Mitarbeitende oder weniger als 450 Mio. € Nettoumsatz haben.

Übersicht zur CSR-Berichtspflicht ab 2027/2028

 

Grafik: Berichtspflichten für Unternehmen ab 2027/28

Doppelte Wesentlichkeitsanalyse (DWA) 

Die von der CSRD-Richtlinie betroffenen Unternehmen müssen sowohl über die Auswirkungen ihres Geschäfts auf Umwelt und Menschen (Inside-Out-Perspektive) berichten, als auch darüber, welche Nachhaltigkeitsaspekte wesentliche finanzielle Risiken oder Chancen (Outside-In-Perspektive) für ihr Geschäft haben. Als eine Grundlage hierfür dient die doppelte Wesentlichkeitsanalyse, mit der wesentliche Nachhaltigkeitsthemen und deren Auswirkungen im Unternehmen identifiziert werden können. Auch für kleine und mittelständische Unternehmen kann das ein gewinnbringender Prozess sein, um strategische Handlungsfelder zu definieren. Durch eine geplante Überarbeitung der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) wird die Wesentlichkeitsprüfung voraussichtlich deutlich vereinfacht. Die Anzahl der verpflichtenden Datenpunkte soll stark reduziert werden, wodurch Unternehmen ihren Fokus auf die für sie relevanten und signifikanten ESG-Aspekte legen können.

In unserem Artikel zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse erfahren Sie alles Wissenswerte.

Beispiel: Ein Logistikunternehmen bewertet Klimarisiken als wesentlich, zum Beispiel Ausfälle durch Extremwetterereignisse an Lager- und Umschlagsstandorten oder Störungen von Transportrouten. Auch der Energieverbrauch zählt dazu, etwa der Kraftstoffverbrauch der Fahrzeugflotte und der Energiebedarf in Lagerhallen. Hinzu kommen die Arbeitsbedingungen. Themen wie Biodiversität oder Gender Diversity können dagegen entfallen.

Sektorspezifische Standards

Im Zuge der ESRS-Reform 2025, die insgesamt zu weniger Pflichtangaben und einer Entlastung insbesondere im Scope-3-Bereich führte, wurde die Einführung von ESRS Set 2 zunächst auf Juni 2026 verschoben. Mit dem neuen Omnibus-Paket mit Wirkung ab dem 18. März 2026 wurde sie nun ganz abgeschafft. Dementsprechend gelten die sektorenspezifischen Standards nun als hinfällig. Für alle berichtspflichtigen Unternehmen gelten die allgemeinen ESRS, die bis Herbst 2026 nochmals vereinfacht und um über 70 % der bestehenden Datenpunkte reduziert werden sollen. Ein Vorschlag zur Reduktion wurde bereits im Dezember 2025 von der European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) vorgelegt.

Gute Gründe für weniger Scope-3-Emissionen

Die Emissionen in der Lieferkette sind im Durchschnitt 11,4-mal höher als die direkten Emissionen eines Unternehmens. Das zeigt, wie wichtig es ist, die Wertschöpfungskette zu optimieren und den CO2-Fußabdruck von Zulieferern sowie deren Auswahl als festen Bestandteil der Unternehmensstrategie zu betrachten.

 

75 Prozent der Emissionen entstehen in Scope 3

Die meisten Emissionen weltweit entstehen im Scope 3 – durchschnittlich 75 %. Im europäischen Einzelhandels- und Großhandelssektor machen Scope-3-Emissionen 98 % der CO2-Emissionen aus, was einem Drittel des gesamten europäischen CO2-Fußabdrucks entspricht. Passend dazu besagt eine Studie von McKinsey, dass Konsumgüterunternehmen ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 um 92 % reduzieren müssten, um die Klimaziele zu erreichen.

Klimarisiken stellen für Unternehmen und Zulieferer langfristig eine finanzielle Belastung dar: In den Jahren zwischen 2000 und 2024 beliefen sich die Schäden auf etwa 3,8 Billionen US Dollar, wie eine Studie der KfW zeigt. Laut dem KfW Klimabarometer berichten 21 % aller Unternehmen bereits von negativen Auswirkungen des Klimawandels auf ihr Geschäft, bei den energieintensiven Unternehmen sind es sogar 34 %. Betroffen sind vor allem die weltweiten Lieferketten, die teurer und ineffizienter werden und Versicherungskosten steigen. Sich als Unternehmen von globalen Lieferketten weniger abhängig zu machen, kann sich daher auch finanziell lohnen.

Die Vorteile der Reduktion von Scope-3-Emissionen: Weniger CO2, weniger Kosten 

Immer mehr Unternehmer:innen wird bewusst, dass die Reduktion von Scope-3-Emissionen konkrete Vorteile bietet. Eine Studie von Roland Berger für den Schweizer Branchenverband Swissmem zeigt, dass 79 % der Befragten eine Reduktion der Scope-3-Emissionen mit mehr Umweltschutz verbinden. 73 % sehen eine stärkere Marke als Ergebnis, und 53 % glauben, dass ihr Unternehmen dadurch attraktiver für Arbeitnehmende wird. Weitere 55 % nennen die Erwartungen von Investor:innen und 41 % den Druck von Kund:innen als Motivation zur Reduktion von Scope-3-Emissionen.

effekte

Vorteile im Überblick

CO2-Reduktion: Die Optimierung der Wertschöpfungskette ermöglicht es, CO2-Emissionen zu reduzieren, da Scope 3 einen großen Anteil von Emissionen umfasst. 

Kostensenkung: Ineffiziente Prozesse zu identifizieren und mit Lieferanten zusammenzuarbeiten kann zu Kosteneinsparungen führen.

Wettbewerbsvorteil: Laut einer Analyse von CDP können sich Unternehmen, die proaktiv ihre Scope-3-Emissionen reduzieren, von der Konkurrenz abheben und ihr Image verbessern. 

Erfüllung regulatorischer Anforderungen: Die Reduktion von Scope-3-Emissionen ist in Einklang mit aktuellen und kommenden Gesetzen, von denen Unternehmen direkt und indirekt betroffen sein werden.  

Stärkung der Marke: Die betriebliche CO2-Reduktion nach SBTi-Zielen kann laut einem Bericht der Science Based Targets initiative (SBTi) Marke und Reputation stärken und das Unternehmen für Investor:innen, Kund:innen und Arbeitnehmer:innen interessanter machen.  

Besseres Risikomanagement: Die Messung und Analyse hilft, Risiken in der Lieferkette frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. 

Webinar Vattenfall zum VSME-Standard

Webinar-Aufzeichnung

Bürokratie abbauen, Emissionen senken – Der VSME im Fokus

Erfahren Sie, wie kleine und mittlere Unternehmen mit dem VSME-Standard Emissionen wirksam senken können, ohne sich in Bürokratie zu verlieren.

Webinar ansehen

Schritte zur Reduktion von Scope-3-Emissionen

Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Emissionen entlang der gesamten Lieferkette zu erfassen und zu analysieren. Eine komplexe Aufgabe, weshalb sich viele bei der Offenlegung ihres Corporate Carbon Footprints auf die Scope-1- (direkte Unternehmensemissionen) und Scope-2-Emissionen (indirekte Unternehmensemissionen) beschränken. Je nach Branche machen diese jedoch nur etwa 10 % der Gesamtemissionen eines Betriebes aus. Wie ein Unternehmen seine CO2-Bilanz am besten berechnet, hängt von der Branche, den Zielen und den verfügbaren Ressourcen ab. Softwaretools ermöglichen eine präzise Berechnung und zuverlässiges Nachhaltigkeitsmanagement.

 

Vattenfall hat sich das Ziel gesetzt, die Scope-1- und Scope-2-CO2-Intensität bis 2040 auf 9 g/kWh zu senken. Das entspricht einer Reduktion von über 90 % gegenüber dem Basisjahr 2017. Im nächsten Schritt soll die absolute Scope-3-Emission im selben Zeitraum um mindestens 90 % sinken. Verbleibende Emissionen sollen anschließend nicht durch Kompensationszertifikate ausgeglichen werden, sondern durch die permanente Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre. Das übergreifende Netto-Null-Ziel und die zugrunde liegenden Einzelziele für alle Emissionsbereiche wurden von der SBTi geprüft und bestätigt.

Windkraftrad vor Solaranlagen

Icon symbolisiert „berechnen“ mit einem Taschenrechner

Berechnen  

Die Website des Greenhouse Gas Protocol bietet eine Vielzahl von Berechnungstools und Leitfäden – allerdings in Englisch – an, die speziell auf die unterschiedlichen Kategorien von Scope-3-Emissionen abgestimmt sind. Unternehmen können mithilfe dieser Ressourcen systematisch Daten erheben und ihre indirekten Emissionen präzise berechnen. Der Prozess beginnt mit der Identifikation relevanter Emissionsquellen entlang der Lieferkette, gefolgt von der Sammlung von Primär- oder Sekundärdaten. Anschließend werden die Daten durch spezifische Berechnungsformeln und -faktoren des GHG-Protokolls in Emissionswerte umgewandelt.  

Für Unternehmen, die sich noch in der Anfangsphase befinden, kann die Nutzung von sektorenspezifischen Leitfäden und standardisierten Berichtsformaten den Einstieg erheblich erleichtern und dabei helfen, genaue und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen – diese finden Sie auf den Seiten des Greenhouse-Gas-Protokolls. 

Icon symbolisiert „messen“ mit einem Thermometer

Messen  

Das Messen von Scope-3-Emissionen erfolgt entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Beschaffung über den Transport bis zur Nutzung und Entsorgung von Produkten. Unternehmen müssen Daten von Lieferanten, der Logistik und den Nutzer:innen sammeln und konsolidieren.

Mit spezialisierten Softwarelösungen lassen sich diese Daten effizient erfassen und analysieren. So können Emissions-Hotspots identifiziert und gezielte Reduktionsmaßnahmen eingeleitet werden. Eine kontinuierliche Überwachung ist unerlässlich, um die Fortschritte in der Emissionsreduktion zu messen und die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. 

Icon symbolisiert „Berichten“ mit einem beschriebenen Blatt

Berichten 

Nach der Messung von Scope-3-Emissionen ist die Berichterstattung der nächste Schritt. Unternehmen sind zunehmend gefordert, ihre indirekten Emissionen offenzulegen, um regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden und das Vertrauen von Stakeholdern zu stärken. Die Berichterstattung sollte klar strukturiert und auf anerkannten Standards wie dem Greenhouse Gas Protocol basieren. Dabei werden die gesammelten Daten zu Scope-3-Emissionen in standardisierte Berichtsformate überführt, die Vergleiche über Zeiträume und Branchen hinweg ermöglichen. Die CSRD-Reform der EU von 2025 reduziert jedoch die verpflichtenden Datenpunkte deutlich, um bis zu 60 %. Quantitative Angaben werden in den Fokus gestellt und optionale Punkte und Textpassagen größtenteils gestrichen. Das wird den administrativen Aufwand deutlich verringern.

Beispiel: Ein Energieversorger muss künftig CO2-Emissionen, Energieverbrauch und Lieferkettenrisiken in standardisierter Form angeben, aber nicht mehr längere Textpassagen zu ESG-Strategien.

Tipp: Vattenfalls Kooperationspartner Plan A bietet eine umfassende Plattform für CO2-Bilanzierung, Dekarbonisierung und ESG-Berichterstattung. Mit dem Lieferanten-Modul können Unternehmen auch die Emissionen ihrer Zulieferer berechnen. 

Icon symbolisiert „Strategie“ mit einem Menschen und einem Fenster

Strategie 

Nachdem Unternehmen ihre Scope-3-Emissionen gemessen und darüber berichtet haben, ist der nächste Schritt, daraus eine gezielte Strategie abzuleiten. So können Unternehmen Prioritäten setzen und sich auf die Maßnahmen fokussieren, die den größten Einfluss auf die Reduktion der Scope-3-Emissionen haben.

Auf Basis der Priorisierung der Scope-3-Reduktionsmaßnahmen lassen sich konkrete Ziele definieren und entsprechende Maßnahmen entwickeln. Dabei sollten Unternehmen eng mit ihren Zulieferern zusammenarbeiten, um genaue Daten zu erhalten und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Es ist wichtig, die Strategie so auszurichten, dass sowohl die regulatorischen Anforderungen erfüllt als auch langfristige Nachhaltigkeitsziele erreicht werden. So entsteht eine fundierte und umsetzbare Strategie, die auf den Erkenntnissen der Messung und der Berichterstattung aufbaut.

Fazit: Scope-3-Emissionen reduzieren – für eine bessere CO2-Bilanz

Die Scope-3-Emissionen machen bei vielen Unternehmen den größten Anteil in der CO2-Bilanz aus, da entlang der Wertschöpfungskette in der Regel die meisten Emissionen anfallen. CSRD-berichtspflichtige Unternehmen sollten daher unbedingt einen Blick auf die Emissionen in ihrer Wertschöpfungskette werfen. Und auch für KMU, die von den Lockerungen bei der CO2-Bilanzierung durch das Omnibus-I-Paket profitieren, kann sich die freiwillige Protokollierung lohnen, z. B. zur Identifikation von Einsparpotenzialen bei eigenen Emissionen oder CO2-Kosten in ihren Lieferketten.

individuelle angebot für unternehmen

Ihr Unternehmen, unsere Energie

​Zuverlässig, fair, zukunftsorientiert: Vattenfall versorgt Unternehmen jeder Größe und Branche mit Energie. Entdecken Sie jetzt unsere vielfältigen Lösungen.​

Zu unseren Angeboten

Das könnte Sie ebenfalls interessieren

Foto von einer Frau im Porträt vor Computer-Bildschirmen

Emissionshandel in der EU und Deutschland

Wie funktioniert der CO2-Handel und was haben deutsche Unternehmen von der Regulation des Emissionsmarktes? 

Jetzt lesen

Dieses Bild zeigt einen Mann am Computer und verdeutlicht das Thema Steuern und Umlagen 2026

Steuern und Umlagen 2026

Die wichtigsten Entwicklungen bei Steuern und Umlagen für Strom und Gas 2026 zusammengefasst.

Jetzt lesen

Foto von einem Laptop auf einem Tisch im Büro

Was bedeutet ESG für Unternehmen?

Das Finanzmarkt-Tool ESG dient zur Bewertung von Nachhaltigkeit und Risiken in Unternehmen. Warum es sich lohnt, sich damit zu befassen.

Jetzt lesen

Industriehafen mit Lagerhallen und Hafenkränen, im Hintergrund eine Stadtsilhouette am Wasser.

CBAM: Leitfaden für Unternehmen

Im Artikel erklären wir, welche Branchen betroffen sind, wie der Mechanismus funktioniert und was Unternehmen seit April 2026 beachten müssen.

Jetzt lesen

KI-Bild von LNG-Frachtschiff und Iran-Flagge

Energiepreise im Iran-Konflikt

Erfahren Sie hier, wie der Irankonflikt Strom- und Gaspreise beeinflusst und wie Sie Ihr Unternehmen absichern.

Jetzt lesen

Dieses Bild zeigt eine Frau am Laptop

EU-Richtlinie zum nachhaltigen Wirtschaften

Verstehen Sie die CSRD-Pflichten, erfüllen Sie die Anforderungen und sichern Sie Transparenz in der Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Jetzt lesen

Jetzt Newsletter abonnieren

5 Minuten für Unternehmen – Kostenloses Expertenwissen

✓ Monatliche Updates – kompakt aufbereitet

✓ Ausgewählte Fachartikel zu Energie & Business

✓ Branchenspezifische Interviews