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Warum es sich lohnt, einen PV-Speicher nachzurüsten

Ein PV-Speicher macht Sie unabhängiger vom Strom aus dem öffentlichen Netz. So sparen Sie jedes Jahr unnötige Stromkosten. Deshalb lohnt es sich, Ihre Anlage mit einem Stromspeicher nachzurüsten. Doch was gibt es dabei zu beachten?

Vorteile der Nachrüstung eines PV-Speichers

Die Nachrüstung eines PV-Speichers kann von Vorteil sein, da Sie dadurch Ihren Eigenverbrauch deutlich steigern. Und je mehr Solarstrom ein Haushalt selbst verbraucht, desto schneller rechnet sich die Investition in eine PV-Anlage, da Solarstrom deutlich günstiger ist als Strom vom Energieversorger.  

Für Strom aus dem öffentlichen Netz zahlen Sie 2024 mindestens 30 Cent pro Kilowattstunde. Tendenziell werden die Strompreise steigen, für 2042 geht das Bundeswirtschaftsministerium von 40 Cent pro kWh  aus. Solarstrom wird hingegen immer günstiger: Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme  beziffert die Stromgestehungskosten, also die Kosten für die Produktion von Solarstrom, aktuell auf 10 Cent pro Kilowattstunde. 2040 werden die Stromgestehungskosten kleiner PV-Dachanlagen nur noch zwischen 3,58 und 6,77 Cent pro Kilowattstunde liegen.

Das kostet ein Stromspeicher

Laut Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme kostete 2021 eine Kilowattstunde Speicherkapazität zwischen 500 und 1.200 €. Ein Speicher mit 10 kWh Kapazität kann also zwischen 5.000 und 12.000 € kosten. Bis 2040 werden die Preise jedoch auf 200 bis 720 € pro Kilowattstunde sinken.  

Einen Stromspeicher nachzurüsten, verursacht im Vergleich zur direkten Installation einer Solaranlage mit Speicher höhere Kosten, da ein zusätzlicher Montageaufwand entsteht. Wenn Sie bereits beim Kauf der PV-Anlage wissen, dass Sie in ein bis zwei Jahren einen Speicher nachrüsten möchten, sollte dieser bei der Konfiguration der Solaranlage bereits eingeplant werden. So halten Sie die zusätzlichen Kosten geringer, da zum Beispiel bereits ein passender Hybridwechselrichter eingebaut werden kann.  

Es lohnt sich außerdem, nach öffentlichen Förderungen  Ausschau zu halten, um die Investitionskosten zu senken und Geld zu sparen. So unterstützt beispielsweise Berlin noch bis Jahresende 2024 den Kauf eines Stromspeichers mit einem Zuschuss. Bundesweit stellt die KfW einen Förderkredit zur Verfügung (Erneuerbare Energien – Standard, Kredit Nr. 270). Welche Förderung in Ihrem individuellen Fall infrage kommt, finden Sie mit wenigen Klicks in unserer Fördermitteldatenbank  heraus. 

So groß sollte ein PV-Speicher sein

Die Speicherkapazität richtet sich nach der Größe der PV-Anlage. Für eine Solaranlage mit 10 kWp Leistung ist ein Photovoltaik-Speicher mit bis zu 10 kWh Größe geeignet. Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine Speicherkapazität von 1 Kilowattstunde pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch. Bei der Dimensionierung des Batteriespeichers sollte auch eine künftige Erhöhung des Stromverbrauchs mitbedacht werden – z. B. durch die Anschaffung eines Elektroautos oder einer Wärmepumpe.

Beispielrechnung

Ein Haushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 7.500 kWh steht vor der Frage, ob für die PV-Anlage ein Batteriespeicher nachgerüstet werden soll. Die Anlage erzeugt einen Jahresertrag von 10.550 kWh.

In diesem Rechenbeispiel würden sich die Stromkosten durch die Anschaffung eines Stromspeichers halbieren. Zwar sinkt die Einspeisevergütung, es muss aber auch deutlich weniger Reststrom zugekauft werden, der teurer ist als solar erzeugter Strom.

Pro Jahr

PV-Anlage ohne Speicher

PV-Anlage mit 9,7 kWh Speicher

Eigenverbrauch

2.553,1 kWh (24,2 %)

5.486 kWh (52 %)

Einspeisung

7.996,9 kWh (75,8 %)

5.085,1 kWh (48,2 %)

Einspeisevergütung (8,1 Cent/kWh)

647,75 €

411,89 €

Reststrombedarf in kWh

5.040 kWh (67,2 %)

2.692,50 kWh (35,9 %)

Kosten des Reststrombedarfs (40 Cent/kWh)

2.016 €

1.077 €

Stromkosten

1.368,25 €

665,11 €

 

So sinnvoll ist die Erweiterung der Anlage

Damit sich ein Batteriespeicher rentiert, muss die bestehende PV-Anlage genügend Strom erzeugen. Hat die Anlage nicht so viel Leistung, kann es sinnvoll sein, sie mit zusätzlichen Modulen zu erweitern. Das Nachrüsten der Module ist mit Mehrkosten verbunden und nur unter folgenden Voraussetzungen sinnvoll:

  • Die neuen Module müssen mit der bestehenden Anlage kompatibel sein. Solaranlagen mit Mikrowechselrichtern unter jedem einzelnen PV-Modul lassen sich problemlos erweitern, während bei einer klassischen PV-Anlage unter Umständen der Wechselrichter getauscht werden muss.
  • Das Dach muss das zusätzliche Gewicht tragen können.
  • Die Standortbedingungen für die neuen Module sollten genauso gut sein wie für die alten.

Mehr Leistung durch den Austausch von Solarmodulen

Seit April 2024  dürfen bestehende Solarmodule gegen leistungsstärkere Module ausgetauscht werden, ohne dass der Anspruch auf Einspeisevergütung  verloren geht. Steigt durch ein solches „Repowering“ die Gesamtleistung der Anlage, wird die zusätzliche Leistung gesetzlich wie eine neue Photovoltaik-Anlage behandelt. Sie muss dem Netzbetreiber als Erweiterung gemeldet und im Marktstammdatenregister eingetragen werden. Außerdem gilt für die zusätzliche Leistung die aktuelle Höhe der Einspeisevergütung.

Gut zu wissen: Warum der Austausch nur einzelner PV-Module oft nicht sinnvoll ist

Nur einen Teil der Module auszutauschen ist meist nicht sinnvoll, da ältere Modelle oft nicht mit neueren kompatibel sind. Die Module müssen – je nach Anordnung der Anlage – die gleiche Strommenge bzw. die gleiche Stromspannung erzeugen, damit sie zusammengeschaltet effektiv arbeiten. Sind sie schon länger in Betrieb, sinkt ihre Leistung, sodass selbst bei baugleichen Modulen die Werte abweichen können. Außerdem sind nicht alle PV-Module mit allen Batteriespeichern kompatibel.

Autarkiegrad steigt durch Nachrüstung eines PV-Speichers

Der Autarkiegrad  beschreibt, wie unabhängig ein Haushalt vom öffentlichen Stromnetz ist. Bei einer PV-Anlage ohne Speicher liegt der Autarkiegrad oft nur bei bis zu 40 %, während er bei einer PV-Anlage mit Speicher auf 70 % und mehr gesteigert werden kann. Wenn Sie also einen PV-Speicher nachrüsten, müssen Sie im Idealfall nur noch 30 % Ihres Strombedarfs von einem Energieanbieter zukaufen.

 

Checkliste für die Nachrüstung eines PV-Speicher

  • AC oder DC: Ein PV-Speicher kann sowohl auf der Wechselstromseite (AC) als auch auf der Gleichstromseite (DC) eingebunden werden. Für die Nachrüstung ist ein AC-Speicher sinnvoller, da er mit jedem beliebigen Wechselrichter mit passender Leistung kombiniert werden kann. Um einen DC-Speicher nachzurüsten, muss von vornherein ein Hybrid-Wechselrichter verbaut werden.
  • Standort: Der ideale Standort für einen PV-Speicher ist kühl, trocken, gut belüftet und tragfähig. Ein Stromspeicher kann je nach Größe mehr als 200 Kilogramm wiegen. 
  • Platzbedarf: Die Größe des PV-Speichers hängt von seiner Leistungsfähigkeit ab. Eine Grundfläche von einem Quadratmeter Raum einzuplanen, kann sinnvoll sein.
  • Leistung: Bei der Dimensionierung des PV-Speichers sollte die künftige Entwicklung des Stromverbrauchs eingerechnet werden. Die Familienplanung oder ein Home-Office-Arbeitsplatz können den Stromverbrauch schnell erhöhen.
  • Heizungsmodernisierung: Das neue Heizungsgesetz  fordert die Integration erneuerbarer Energien bei der Wärmeerzeugung. Wenn Sie Ihre fossile Heizung gegen eine Wärmepumpe austauschen, entsteht ein zusätzlicher Strombedarf
  • Wallboxnachrüstung: Die sicherste Art, ein Elektroauto mit Strom aus der PV-Anlage zu laden, ist eine Wallbox. Wenn Sie den Kauf eines E-Autos planen, kann die parallele Nachrüstung von PV-Speicher und Wallbox  sinnvoll sein.

Gut zu wissen: Batteriespeicher müssen angemeldet werden

Genau wie eine Solaranlage muss auch ein Stromspeicher spätestens einen Monat nach Inbetriebnahme online im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur  angemeldet werden.  

So funktioniert die Nachrüstung einer Wallbox

Beim Kauf eines Elektroautos und der Nachrüstung eines Stromspeichers ist es sinnvoll, gleichzeitig auch eine Wallbox nachzurüsten. Dadurch sparen Sie nicht nur Montagekosten, sondern können auch das gesamte System aufeinander abstimmen. 

Bevor Sie die Wallbox installieren lassen, müssen Sie Ihren Netzbetreiber kontaktieren. Wenn die private Ladestation weniger als 11 kW Ladeleistung hat, brauchen Sie sie nur anmelden. Bei mehr Ladeleistung muss der Netzbetreiber sie genehmigen. Dafür hat er 2 Monate Zeit. 

Mit der Anmeldung beim Netzbetreiber beauftragen sie diesen auch mit der Herstellung der Steuerbarkeit . Seit Januar 2024 darf der Netzbetreiber den Ladestrom aus dem öffentlichen Netz drosseln, wenn eine Überlastung des Stromnetzes droht. Deswegen brauchen Sie zum Anschluss einer Wallbox einen intelligenten Stromzähler. Gesteuert wird die Wallbox über eine Steuerbox des Netzbetreibers oder über ein Energiemanagementsystem (EMS). In Kombination mit einer PV-Anlage und einem Batteriespeicher ist der Einsatz eines EMS sinnvoll. Dann können Sie auch während einer Steuerung durch den Netzbetreiber weiterhin mit Solarstrom laden. 

Das bringt ein Energiemanagementsystem

Ein Energiemanagementsystem (EMS) optimiert die Nutzung des Solarstroms. Es sorgt dafür, dass die maximale Entladetiefe des Stromspeichers nicht unterschritten wird und koordiniert die Versorgung aller Verbraucher im Haushalt. Erzeugt die PV-Anlage mehr Strom, als im Haushalt verbraucht wird, leitet das EMS ihn entweder in den Akku des Elektroautos oder in den PV-Speicher.

Vattenfall Fazit

Die Nachrüstung eines Stromspeichers für eine bestehende Photovoltaikanlage steigert den Eigenverbrauch des Solarstroms und die Unabhängigkeit vom öffentlichen Netz. Dadurch sinken die jährlichen Stromkosten. Wer gleichzeitig auch eine Wallbox nachrüstet, kann sein Elektroauto mit klimaneutralem Solarstrom laden. Damit sich die Investition lohnt, ist es wichtig, dass die PV-Anlage genügend Ertrag bringt. Um den Stromertrag zu steigern, können Sie bei älteren Anlagen Solarmodule tauschen. Für das Nachrüsten eines Stromspeichers stellt die KfW einen Förderkredit zur Verfügung.

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